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Verschiedene Gründe gegen die Rhybadi-Vorlage

Die SVP hat an ihrer Parteiversammlung die Nein-Parole für die Rhybadi-Vorlage beschlossen, und dies aus ganz unterschiedlichen Gründen: Den einen geht die Vorlage zu weit. Den anderen viel zu wenig weit!

15.05.2012 von Mariano Fioretti

Kein überzeugendes Konzept: Bar ohne Witterungsschutz, Sauna direkt neben dem Gastronomiebereich.

Die SVP der Stadt Schaffhausen empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ein Nein zur Rhybadi-Vorlage, und dies aus unterschiedlichen Gründen: Im Nein-Lager befinden sich nicht nur jene, welche die Rhybadi in ihrer heutigen Form bewahren möchten. Progressiven Kräften geht die Vorlage zu wenig weit und überzeugt qualitativ nicht. Bemängelt werden das unausgereifte Betriebskonzept und der fehlende Miteinbezug von privaten Betreiberfirmen.

An der Parteiversammlung der städtischen SVP wurde die Rhybadi-Vorlage kontrovers diskutiert.

Grosstadtrat und Präsident der Baufachkommission Josef Eugster warb ziemlich einsam für die Unterstützung der Vorlage: «Der Rhybadi-Betrieb, wie wir in heute kennen, ist ein Auslaufmodell. Wir müssen etwas verändern.» Das sah Nelly Dalpiaz (SVP Senioren) überhaupt nicht so und wehrte sich gegen die geplante Lounge: «Vertreibt doch bitte die Stammgäste nicht aus der Rhybadi!» Doch nicht nur vom konservativen, bewahrenden Standpunkt gab es Kritik. Stadtratskandidat Daniel Preisig kritisierte die Rhybadi-Vorlage als mutlos und unausgereift: «Ich wünsche mir eine echte Aufwertung der Rhybadi. Der Stadtrat hat versucht, es mit dieser Vorlage allen recht zu machen. Heraus gekommen ist ein Kompromiss, der ganz und gar nicht überzeugt.» Konkret kritisierte er den fehlenden Witterungsschutz für den Gastronomiebereich. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine solche Anlage jemals kostendeckend betrieben werden kann! Mit diesem Konzept laufen wir Gefahr, dass wir am Ende statt der gewünschten Aufwertung ein weiteres städtisches Defizit-Restaurant durchzufüttern haben» hielt Grossstadträtin Cornelia Stamm Hurter fest und verwies auf die Fehler im stadträtlichen Betriebskonzept für die Anlage. In der Diskussion wurden die Infrarotsaunen («so etwas als Wellness zu bezeichnen ist Etikettenschwindel») und deren ungünstige Lage direkt neben dem Gastronomiebereich kritisiert. Auch Kantonsrat Peter Scheck zeigte sich nicht überzeugt vom Konzept. Zahlreiche Votanten hätten es begrüsst, wenn der Stadtrat für die Gastronomie und das Wellness-Angebot die Zusammenarbeit mit professionellen und privaten Betreibern gesucht hätte, da die Kompetenz dazu im Baureferat offenbar nicht vorhanden ist. «Es ist unverständlich und schade, dass es der Stadtrat verpasst hat, die Zusammenarbeit mit privaten Betreibern zu suchen. Der Kauf von Sonnenschirmen und Lounge-Möbeln sollte nicht Sache des Staates sein. Die Zusammenarbeit mit Privaten hätte gleich mehrere Vorteile: Geringere Kosten für die Stadt, ein reduziertes Risiko und – vor allem – ein professionelleres Angebot!» bedauerte Alt-Grossstadtrat Daniel Preisig und verwies auf sein Postulat für eine «ganzjährig nutzbare Rhybadi». Die Versammlung beschloss mit grossem Mehr die Nein-Parole.

 

Mariano Fioretti

SVP Schaffhausen